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Stellungnahme zu den jüngsten Aussagen aus
Portland
München und Berlin, Sept 2005
Von: M Brück, B Georg, D Demougin, C Herbst, M Russo und M
Wosegien
Thema: Die "Portland Story" und das "Portland World
Missions Jubilee 2005"
Wir wissen, dass einige der Geschwister in Mitteleuropa sehr interessiert
sind an den jüngsten Diskussionen um die Gemeinde in Portland,
andere wiederum nicht so sehr. Einige wollen mehr Informationen
bekommen und Einschätzungen anderer hören, andere halten
die Ereignisse in Portland für insignifikant. Da Kip McKean
in den letzten 20 Jahren zu den herausstehenden Persönlichkeiten
der Internationalen Gemeinden Christi gezählt werden muss,
denken wir, dass es von Nutzen ist, eine gemeinsame Stellungnahme
aus München und Berlin zu den jüngsten Ereignissen in
Portland zu veröffentlichen.
Von 1979 bis 2003 waren die Internationalen Gemeinden Christi stark
geprägt vom Einfluss Kip McKeans, der erst in Boston, dann
in Los Angeles und nun in Portland, Oregon als Evangelist gedient
hat. Als World Missions Evangelist hat er viele insbesondere missionarische
Entscheidungen stark mit geprägt.
Wir alle empfinden Dankbarkeit für die Dinge, die Gott durch
Männer wie Kip McKean in den letzten Jahrzehnten bewirkt hat.
Viele Gemeinden sind auch aufgrund ihres Eifers und Einsatzes entstanden,
so dass viele Menschen weltweit sich Jesus zugewandt haben, sich
haben taufen lassen und die Vergebung der Sünden empfangen
haben. Diese Dankbarkeit soll auch weiterhin erhalten bleiben.
In den letzten 3 Jahren haben wir mit aufmerksamem Auge und mit
Gebet die Entwicklungen und Veröffentlichungen in der Gemeinde
in Portland beobachtet. Nach dem Sabbatical in 2002 und dem späteren
Rücktritt aus der Hauptverantwortung und der Gruppe der Weltsektorleiter
hat Kip McKean in der Gemeinde in Oregon verschiedene Aktivitäten
begonnen, die in unseren Augen ein Missachten vom biblischen Miteinander
bedeuten:
Auf dem World Missions Jubilee hat Kip McKean im Jahre 2004 behauptet,
dass seiner Ansicht nach die meisten nicht wachsenden Gemeinden
lauwarm seien. Und wenn sie lauwarm seien, dann sei der Evangelist
ein falscher Prophet. Kurz darauf wurde er in Chicago von einer
Gruppe von weltweit in unseren Gemeinden anerkannten Brüdern
gewarnt und ermahnt, von solchen spalterischen und respektlosen
Äußerungen Abstand zu nehmen.
Bei der gleichen Veranstaltung im Jahre 2005 kündigte Kip nun
an, dass Portland von jetzt an ein "voranschreitendes Herausrufen
des übrig gebliebenen Restes" beginnen würde. Der
übrig gebliebene Rest sind seiner Überzeugung nach die
wahren Jünger Jesu ("sold-out disciples"), die sich
dadurch definieren, dass sie jeden Tag beten, jeden Tag die Bibel
lesen, Kontakt mit Christen suchen, das Wort Gottes predigen und
Jünger machen. Interessierte können seine Rede und seine
"Portland Story" auf der Website www.usd21.org
nachlesen und per streaming anhören, um sich ein eigenes Bild
zu verschaffen.
In den letzten Tagen gab es einige Reaktionen auf diese Veröffentlichungen.
In Boston wurde von den Ältesten ein Schreiben veröffentlicht
(www.bostoncoc.org),
in dem sie McKeans Verhalten als spalterisch und arrogant einstufen,
dem man entgegentreten müsse. Sie rufen ferner auf, in diesen
Tagen die Einheit zu suchen und nicht zu zerstören.
In Seattle wurde von der Leitung eine Antwort verfasst (www.seattleicoc.org).
In diesem Schreiben weisen sie Kip McKean und die Leitung in Portland
zurecht. Sie sollen aufhören, mit negativen Bemerkungen andere
Gemeinden in Verruf zu bringen, sie sollen aufhören, frühere
Treffen und Ereignisse verfälscht darzustellen, und Seattle fordert
sie auf, verallgemeinernde Anschuldigungen zu unterlassen und in Meinungsfragen
anderen Christen und Gemeinden keine gesetzlichen Lasten aufzubürden.
Aus Phoenix meldeten sie ebenfalls die Ältesten zu Wort (www.phoenixvalleychurch.org).
Sie kritisieren den arroganten Plan, nach eigenem Gutdünken einfach
eine neue Gemeinde in einer Stadt zu gründen, mit der Aussage:
"Wir werden ja dann sehen, wer Gottes Gunst hat". Sie rufen
zur Vernunft auf: Nachdem deutlich geworden ist, in welchem Maße
in den letzten 20 Jahren mit Heu und Stroh gebaut wurde, sollten wir
nicht wieder in die gleiche Falle des kurzfristigen leistungsorientierten
Denkens und Motivierens tappen.
Allen drei Briefen stimmen wir nahezu uneingeschränkt zu!
Wir sind weiterhin entschlossen, uns von unserer ehemaligen unzulänglichen
Theologie loszusagen. Wir sind sehr dankbar für die Lehren,
die wir mit Gottes Hilfe aus den letzten 3 Jahren ziehen konnten.
Wir sind selbstverständlich weiterhin der biblischen
Überzeugung, dass Gott will, dass alle Menschen gerettet werden.
Wir sind weiterhin überzeugt, dass der Auftrag, zu allen Völkern
zu gehen und alle Menschen zu Jesu Jüngern zu machen, auch im
21. Jahrhundert gilt.
Wir glauben allerdings auch, dass, wenn Jesus gesagt hat:
Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen
wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.
(Joh 17,3)
dass der Weg zu Gott (und damit die Rettung) dann gefunden werden
kann, wenn wir Gott erkennen.
Gott zu erkennen ist ein lebenslanger Prozess, des sehr tief geht
und eine Verwandlung unserer Seele bewirkt. Gottes Wesen beinhaltet
viel mehr als sein Eifer für eine gefallene Welt, er beinhaltet
Gnade, Liebe, Geduld, Barmherzigkeit, Freude, Demut, Frieden, Dankbarkeit
und noch vieles mehr.
Wir sind ermutigt über die sehr klaren Lektionen der letzten
Jahre,
Lektionen über innere und äußere Motivation, über
eigenverantwortliche freie Entscheidungen, über Gnade und gnädiges
Miteinander, über Gaben und die Wertschätzung von anders
begabten Geschwistern,
Lektionen über inneres und äußeres Wachstum der
Gemeinde, über respektvolles Miteinander in der Gemeinde und
mit anderen Gläubigen, über natürliche Gemeindeentwicklung,
Lektionen darüber, sein ganzes Leben lang bestrebt zu sein,
Gott tiefer zu erkennen, über eine enge partnerschaftliche
Beziehungen zwischen den Gemeinden, über Vertrauen auf Gottes
Wirken im Prozess vor einer großen
Entscheidung, und unzählige andere Lektionen.
Wir sind zuversichtlich dass Gott uns, wenn wir Einheit und Liebe
bewahren, seinen Willen auch weiterhin zeigen wird und das "gute
Werk, das er begonnen hat, vollenden wird bis an den Tag Christi"
(Phil 1,6)
Bei aller Sorge um die Bestrebungen und Äußerungen von
Kip McKean, wollen wir uns nicht dazu hinreißen lassen, ihn
als Feind zu betrachten oder die Gemeinde in Portland zu einem Feindbild
werden zu lassen.
Im 1. Thessalonicherbrief steht
1 Thess 5,13-15
13 Ihr aber, Brüder, werdet nicht
müde, Gutes zu tun. 14 Wenn jemand auf unsere Mahnung in diesem
Brief nicht hört, dann merkt ihn euch, und meidet den Umgang
mit ihm, damit er sich schämt; 15 doch seht ihn nicht als Feind
an, sondern weist ihn als euren Bruder zurecht!
In diesem Geiste bitten wir um Gebet für Kip McKean und die
Angriffe auf die Einheit in den Internationalen Gemeinden Christi.
Da wir uns in den letzten Jahren intensiv mit unserer ehemaligen
Theologie auseinandergesetzt haben, sind wir gerne bereit, im persönlichen
Gespräch noch detaillierter zu erläutern, was wir in diesem
Schreiben nur kurz andeuten konnten.
In Liebe
Christian Herbst, Mirko Russo, Mathis Wosegien,
Dominique Demougin (Berlin)
Michael Brück, Bernhard Georg (München)
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