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Grundlagen des Glaubens Teil 2 - Die Antwort des Menschen: Glaube und Umkehr von Bernhard Georg ©

 

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A Die Antwort des Menschen: Glaube

Röm. 16, 25f.:
- die Verkündigung von Gottes Gnade ruft eine Antwort hervor: Glauben.
- für die fundamentale Wichtigkeit von Glauben vgl.

Heb. 11, 6; Röm. 5, 1; Gal. 3, 26; Eph. 2, 8

Was ist biblischer, rettender Glaube?


1. Glaube wird bewirkt durch die Predigt des Evangeliums von Christus

  • Sichtweise des Kirchenvaters Augustinus, weitergegeben an die Protestanten durch M. Luther und Jean Calvin: Gott bestimmt diejenigen vorher, die gerettet werden sollen, und gibt ihnen Glauben
  • Gegenteil: die weltliche Sichtweise: Glaube ist eine willkürliche Haltung, die durch eine irrationale, vielleicht auch abergläubische Entscheidung entsteht
  • die biblische Sichtweise: Glaube kommt durch das Hören des Wortes von Christus; im Wort steckt eine Macht/ Kraft

Röm. 1, 16: Die Kraft Gottes, die zu Rettung führt, wird mit dem Evangelium gleichgesetzt - spezifischer noch mit dem "Wort vom Kreuz" (1. Kor. 1, 18)
Jak. 1, 21: Das Wort Gottes hat die Macht, zu retten; dafür muss es allerdings in das Herz des Menschen gepflanzt werden. - cf. Röm. 10, 17

Jak. 1, 18; 1. Petr. 1, 23(-25)
- durch Gottes Wort geboren
  • auch an vielen anderen Stellen verbindet die Schrift das Wort oder Sprechen mit Glauben:

Joh. 17, 20; Röm. 10, 14f.; 16, 25f. (s.o.)
- für eine bsd. markante Formulierung vgl. Apg. 14, 1: Glaube ist die Antwort auf die Verkündigung der christlichen Botschaft. Cf. auch Apg. 18, 8

  • Weil Glaube vom Hören des Wortes kommt, ist Glaube in gewisser Weise von Gott gegeben. Das Wort, das Glauben bewirkt, ist Gottes Wort; deshalb ist Gott letztlich die Quelle von Glauben
  • Glaube können wir in der Tat nicht in uns selbst oder in einer anderen Person hervorbringen. Nur das Wort Gottes, das einem die großartige, liebende Heilstat Gottes nahe bringt, kann dies.
  • Glaube ist Glaube an Gottes Handeln. Weil also Gott sowohl den Inhalt des Glaubens (die Heilstat) und die Art und Weise, wie Glaube hervorgebracht wird (durch sein Wort), bereit-stellt, ist er derjenige, der Glauben gibt.
  • Darüber hinaus mag er auch die Einflüsse, die uns empfänglich machen und so für den Glauben vorbereiten, bereitstellen - cf. Apg. 16, 14

- Andererseits bringt Gott nicht direkt die Antwort hervor. Er gibt nicht den einen Glauben und hält ihn von anderen zurück

2. Die Bestandteile des Glaubens

Röm. 4, 17-25: Abrahams Glaube

  • V. 25: Das Werk Christi: Tod und Auferstehung
  • V. 22ff.: Der Gewinn/ Nutzen für uns: Durch den Glauben daran werden wir als gerecht angesehen
  • V. 19-21: Der Schlüssel zum Wesen dieses Glaubens: Vertrauen in die Versprechen Gottes
  • V. 18: Das Versprechen an Abraham
  • V. 17: Die Natur des Gottes, der das Versprechen gegeben hat.
  •  

  • Eine Betrachtung des Glaubens erweist, dass sowohl der Intellekt und die Emotionen, als auch der Wille daran beteiligt sind.
    o Zustimmung des Intellekts
    o Vertrauen der Emotionen
    o Gehorsam des Willens
  • Alle drei Elemente finden sich in der Geschichte von Abraham in Gen. 12, 1-9: Abraham stimmte dem Ruf Gottes zu, vertraute seinem Versprechen, ihn zu einer großen Nation zu machen, und gehorchte Gott, in dem er sich aus der gewohnten Umgebung in ein fremdes Land aufmachte.
  • Essentiell ist der mittlere Bestandteil, das Vertrauen; aber es hat als Voraussetzung, dass man etwas als wahr anerkennt - Zustimmung; und es Vertrauen resultiert in entsprechendem Handeln - Gehorsam

a. Zustimmung - der Intellekt ist beteiligt

  • Es wird Information gegeben; Gott spricht; sein Wort ist die Grundlage von Glauben; es wird angenommen oder abgelehnt.
  • Es gibt Aussagen, die muss man akzeptieren, wenn man sich nicht lächerlich machen will: "Es gibt eine Stadt mit Namen X." Andere Aussagen verlangen eine Entscheidung: "Es gibt einen Gott." Aussagen aus dem Bereich der Religion gehören hierzu, weil Religion sich mit dem Unsichtbaren befasst, wo es keine überwältigende Flut an Beweisen für unsere Sinne gibt.
  • In gewissem Sinne kann man nie "beweisen", dass Gott existiert. Es gibt zwar viele Anzeichen dafür; aber die Existenz Gottes zu leugnen und zu leugnen, dass die Bibel Gottes Wort ist, ist nicht völlig abwegig.
  • Zustimmung ist nicht rettender Glaube; um diesen zu definieren, müssen wir den Kreis enger machen: Von all den Dingen, denen wir unsere mentale Zustimmung geben, gibt es einige, in die wir unser Vertrauen setzen

b. Vertrauen - die Emotionen sind beteiligt

  • Zu Glauben gehört Vertrauen. Vertrauen bedeutet, dass ich jemanden beim Wort nehme. "Ich vertraue dieser Person" bedeutet: "Ich vertraue dem, was er tut; ich glaube, er wird tun, was er sagt."
Röm. 4, 21
- Vertrauen beginnt da, wo der biblische Glaube über die mentale Zustimmung hinausgeht. Es bedeutet, von etwas völlig überzeugt zu sein, es sich zu eigen zu machen. Wenn man diesen Schritt der Hingabe geht, folgt eine emotionale Sicherheit, die Gott gibt.
  • Gott vertrauen bedeutet eine völlige Hingabe - Bsp. Gen. 12, 1-9: Abraham reagiert auf Gottes Ruf, sein Vaterland, seine Freunde und seine Familie zu verlassen: 3 Aspekte
    • Vertrauen in Gott erfordert eine Loyalität, die andere Loyalitäten ausschließt - das beinhaltet, dass man auch nicht mehr dem Ich vertraut: indem man sich rechtfertigt oder versucht, sich selbst zu retten. Man hängt in alledem von Gott ab; man vertraut Gott allein.
    • Vertrauen in Gott geschieht "trotz allem, was dagegen spricht" - Bsp. Röm. 4, 19: In Abrahams Fall sein Alter und Sarahs Unfruchtbarkeit.
    • Vertrauen in Gott ist "ein für allemal" - es ist eine endgültige Entscheidung - Bsp. Gen. 22: Abraham demonstriert diesen Aspekt bei der Opferung des Isaak
  • man kann dieses Vertrauen auch in etwas anderes setzen: in eine andere Religion oder eine Philosophie - Bsp. Kommunisten auch die Moslems haben Glauben im Sinne von Zustimmung und Vertrauen, aber nicht rettenden Glauben
  • darum muss noch ein drittes Element eingeführt werden - Abraham in Gen. 22 offenbart, was dieses Element ist.

c. Gehorsam - der Wille ist beteiligt

  • Wem gehorcht man? Die Antwort auf diese Frage offenbart, welches der wahre Gegenstand unseres Glaubens ist - Abrahams Zustimmung und Vertrauen brachten ihn dazu, Gottes Stimme zu gehorchen
  • Glaube und Gehorsam werden in der Bibel oft kombiniert:
Röm. 1, 5; 16, 26: Glaubensgehorsam
- von der biblischen Perspektive betrachtet, sind Glaube und Gehorsam gleichbedeutend; es gibt keinen Glauben, der nicht gehorsam war; das hebr. Wort für Glaube, ‚emuna', schließt Vertrauen und Gehorsam ein

Joh 3, 36; vgl. Hebr. 3, 18f.

- einige von Gottes Gaben sind bedingungslos (Mt. 5, 45), andere sind an eine Bedingung geknüpft - Bsp. Naaman
- Wenn Gott an ein Versprechen eine Bedingung knüpft, dann beinhaltet der Glaube an das Versprechen die Erfüllung der Bedingung
- Bsp.: Heb. 11, 30: "Durch Glauben", aber nur, nachdem die Bedingung erfüllt war


Anhang Glaube und Taufe

  • Glaube rettet, aber wann? Zum Zeitpunkt des Glaubens, oder dann, wenn die göttliche Bedingung, die an das Versprechen geknüpft ist, erfüllt wird?
  • Die Taufe ist ein Akt des Glaubens. Glaube ist der Grund, weshalb jemand ein Kind Gottes ist; die Taufe ist der Zeitpunkt, zu dem man Christus "einverleibt" wird und ein Kind Gottes wird



B Die Antwort des Menschen: UMKEHR


Zusammenfassung der bisherigen Themen

  • Not des Menschen: Versuchung - Sünde - Strafe - Erlösung
  • Gottes Handeln: Sühneopfer - Versöhnung - Loskauf - Rechtfertigung - Sieg
  • Antwort des Menschen
    • Glaube: Zustimmung - Vertrauen - Gehorsam
    • Umkehr
    • Taufe


Umkehr

  • Die Antwort des Menschen auf die Predigt des Evangeliums von dem, was Gott in Christus getan hat, wird auch mit dem Wort "Umkehr" beschrieben
  • Umkehr wird in der Schrift oft betont, von Joh. dem Täufer (Mt. 3, 1f.), von Jesus (Mt. 4, 17; Lk. 13, 3), von den Aposteln während des Dienstes von Jesus (Mk. 6, 12) und bei seinem Gebot nach seiner Auferstehung (Lk. 24, 47); dieses Gebot richtet sich sowohl an Juden (Apg. 3, 19) als auch an Heiden (Apg. 11, 28); cf. Apg. 17, 30

Die Bedeutung von Umkehr

  • Umkehr ist eine Sinnes- oder Herzensänderung, hervorgebracht durch gottgemäße Traurigkeit, die zu einer Neugestaltung des Lebens führt
  • der zugrundeliegende Gedanke ist der einer Kehrtwendung - oder Rückkehr - einer Rückkehr zum rechten Gehorsam Gott gegenüber

Aspekte der Umkehr:

  • Gottgemäße Traurigkeit
  • führt zu einer Willensänderung (einer Sinnes- oder Herzensänderung)
  • diese führt zu einer Neugestaltung des Lebens

1. Schritt: Umkehr - wird hervorgebracht durch gottgemäße Traurigkeit

2. Kor. 7, 8-10

  • Kontext: nicht Bekehrung; die Adressaten sind bereits Christen - die Prinzipien lassen sich aber auf die Bekehrung übertragen
  • Paulus unterscheidet zwischen gottgemäßer und weltlicher Traurigkeit (V. 10) - die beiden werden durch verschiedene Einflüsse hervorgebracht:
  • Weltliche Traurigkeit: durch den Unmut anderer, durch Strafe oder durch Versagen bei dem, was man unternimmt
  • Gottgemäße Traurigkeit: durch Respekt für Gott und sein Gesetz, das man verletzt hat - diese Überzeugung bringt einen Wandel im Verständnis hervor, dergestalt, dass man Got-tes Gesetz respektiert
  • Gottgemäße Traurigkeit kann auch entstehen, wenn man sich Gottes Güte vor Augen führt - Röm. 2, 4


2. Schritt: Umkehr - führt zu einer Neugestaltung des Lebens

  • Umkehr beginnt mit gottgemäßer Traurigkeit; das Resultat ist eine Neugestaltung des Lebens
  • Mt. 3, 8: Joh. der Täufer ruft auf, Frucht zu bringen, die der Buße würdig ist.
  • Apg. 26, 20 - ein Mensch hat keine wahre Umkehr erlebt, es sei denn, sein Leben hat sich verändert
  • Dazu gehört auch, Dinge in Ordnung zu bringen - Lk. 19, 1-10


3. Schritt: Umkehr - zwischen gottgemäßer Traurigkeit und Neugestaltung des Lebens er-folgt eine Willensänderung (Herzens-/ Sinnesänderung)

  • was findet zwischen der gottgemäßen Trauer und der Erneuerung des Lebens statt? Der innere Wandel, der aus der gottgemäßen Trauer resultiert und zu einer Erneuerung des Lebens führt, ist Umkehr im engeren Sinne. Umkehr ist eine Willensänderung im Bezug auf Sünde. Es ist die Entscheidung, aufzuhören, das Schlechte zu tun und anzufangen, das Richtige zu tun.
  • Man kann auch von einer Herzens- oder Sinnesänderung sprechen; aber der Ausdruck "Willensänderung" gibt den Gedanken wohl am besten wieder
  • Dieser Aspekt ist ausgedrückt in einigen Stellen, wo es nicht um Bekehrung geht - Jon. 3, 10: Gott "kehrte um" von seinem Plan, Ninive zu zerstören; Heb. 12, 17: Esau ver-mochte nicht, eine "Willensänderung" bei seinem Vater Isaak vorzufinden, was sein Erstgeburtsrecht betraf.
  • im umfassenden Sinn gehört zur Umkehr die gottgemäße Trauer, der Beschluss, sich zu ändern und die Erneuerung des Lebens - in ähnlicher Weise wird Glaube sowohl im weiteren Sinne Antwort auf Gottes Handeln verstanden, als auch im engeren Sinne als das Vertrauen gegenüber Gott, dass das Kernstück dieser Antwort ausmacht.


Die Beziehung der Taufe zur Bekehrung/ zum Christwerden

  • ein anderer Begriff für das Christwerden neben ‚metanoia' ist ‚epistrepho': sich umdrehen
  • die wörtliche Bedeutung von "sich umdrehen" veranlasst zu einer Illustration:
  • jemand geht in eine Richtung
  • er hält an (Überzeugtsein von Sünde; gottgemäße Traurigkeit)
  • er trifft die Entscheidung, sich umzudrehen (Willensänderung)
  • er dreht sich um (Bekehrung/ Taufe)
  • er geht in eine neue Richtung (Erneuerung des Lebens)

- Frage: Kommt Glaube oder Umkehr zuerst?
- Apg. 11, 21 vs. Mk. 1, 15; Apg. 20, 21
- die Folge ist nicht signifikant; eher wird die komplette Antwort an Gott beschrieben, lediglich aus verschiedenen Perspektiven

Bernhard Georg, IGC Munich

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