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CE Treffen in Prag von Mirko Russo ©

 

 

27. - 29. Aug 2004

Alle 3 Monate treffen sich die Vertreter der Gemeinden in Mitteleuropa zu Informationsaustausch, geistlichen Austausch und Besprechen von für die Zusammenarbeit relevanten Themen. Der Vorsitz der Treffen obliegt für 2004 der Münchner Leitung, die Treffen finden turnusmäßig in unterschiedlichen Städten statt. Nachdem wir uns im Jan 04 in München und im Mai 04 in Hamburg getroffen hatten, haben uns diesmal die Geschwister aus Prag, der goldenen Stadt, eingeladen.

Freitag:
Trotz 3-tägiger Krankheit beschloss ich am Freitag früh, in Schweißausbrüchen die Reise nach Prag anzutreten. Ich hatte mir irgendeinen Virus eingefangen, den ich leider bis zum Wochenende nicht loswurde. Rollkoffer ziehen gehört eigentlich zu einer meiner leichtesten Übungen, nicht jedoch an diesem Freitagmorgen. Schweißgebadet kam ich um 9.55 am Bahnhof Schönefeld an, um in den Zug gen Prag zu steigen. Glücklicherweise bekam ich einen Platz mit Tisch, so dass ich in Ruhe arbeiten, meine Bücher ablegen und dösen konnte. Die Reise nach Prag ist eine der schönsten, die ich kenne, entlang der Donau und der Moldau. Mittags kam ich in Prag an und wurde zu meiner Freude von Alena Chutkova abgeholt. Ich mag es nicht, in einem fremden Land am Hauptbahnhof anzukommen und den Taxifahrern und Taschendieben ausgeliefert zu sein (zumal Prag noch vor Chicago zur Taschendiebstadt Nummer 1 avanciert ist). Mit Hilfe von Alena kam ich zu Geld, zum WE-Ticket und zum Hotel. Im Hotel angekommen musste ich mich noch einmal hinlegen. Der Vorteil dieses Vorstadt Hotels Arlington war auf der Hand: gut angebunden, billig (30 EUR p.p.) und sauber. Der Nachteil fand sich in den Betten (ein Holzbrett mit 2 cm Schaumstoff drauf, überzogen) und der Direktübertragung des Straßenbahnschalls in dein Zimmer. Aber gut geschlafen haben wir trotzdem.
Abends fuhren wir in die Stadt (die U-Bahn ist soooooo tief in Prag!!!), um mitten im Zentrum gemeinsam zu essen. In einem urigen Kellergewölbe bei hervorragendem tschechischen Bier gab es viel Freude und viel Gelächter beim Wiedersehen bei diesem schon fast traditionellen Treffen.

Samstag:
Samstag morgen trafen wir uns in der altehrwürdigen Karlsuniversität (wieder im Keller). Nach einer kurzen Andacht hatten wir 2 Lehrteile auf dem Programm: A. Lehre über die Rettung (allgemein von Bernhard Georg –„das Bedürfnis des Menschen – die Tat Gottes – die Reaktion des Menschen – die Heiligung Gottes“ und spezifischer von Mirko Russo „Taufe – der Bund der Ehe zwischen Mensch und Gott“. Danach gab es Zeit zum Mittagessen, welches Christian und ich zu einem sehr verbindenden Mittagessen mit den Münchnern (Bernhard und Micha) nutzten.
Samstag Nachmittag das Thema Gemeinde: wieder Bernhard mit einem allgemeineren Teil („die Gemeinde als Fortführung des Dienstes Christi auf Erden“) und Mirko Russo mit einem etwas provokativen Teil („Ermahnung in Christus, ja oder nein? Und wenn ja, dann wie, wann, warum und wie oft?“). Die daraufhin folgende Diskussion zeigte, wie sehr der Heilige Geist in den Gemeinden wehte: Fast immer kamen wir auf das Beispiel der funktionalen Familie zurück und auf die Vorgabe, das wir alles, was wir tun, in Liebe tun wollen. Was für ein Unterschied zu der Effizienz-Weltmissions-Haltung der letzten Jahre. Eine der interessantesten Streitpunkte war die Frage, wann jemand als Mitglied der Gemeinde angesehen wird, und wo die Grenze ist, wo jemand ausgeschlossen werde sollte.
Nach einer kurzen Pause stellte Klaus die Bedürfnisse der Central Admin vor und bat um Erstellung des Budgets 2005, um im nächsten Treffen vorbereitet zu sein für notwendige finanzielle Transaktionen.

Sonntag:
Wir beschlossen, die Zeit vor dem Gottesdienst zu nutzen, um 1 h miteinander zu beten. Bevor die ca 50 Prager Geschwister eintrudelten, verbrachten wir 60 min gemeinsam vor unserem Vater, der wie ich glaube, sehr glücklich war über die Einheit, die wir in Mitteleuropa dank seiner Kraft erhalten konnten.
Im Gottesdienst predigte Frank Großklaus, der die Gemeinde in 1996 gegründet hatte und seit seinem Weggang 1999 nie mehr mit seiner Frau in Prag war. Die Rede war dementsprechend emotional, da Frank von seinem geistlichem „Leidensweg“, vielen unklugen Entscheidungen seinerseits und Gottes Treue auf der anderen Seite sprach. Es war schon beeindruckend zu sehen, wie sehr die Prager die beiden Großklaus lieb haben.
Kurz vor Schluss schlich ich mit Demougins und Kraters heraus, um mit dem Auto die Reise nach Berlin anzutreten, welche schön, aber verwinkelt ist (möge die Autobahn nach Prag bald fertig sein!)

Mirko Russo

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